Die Koblenzer Kultur Stiftung erwirbt „Deinhard“-Porträt

von Hermann Anschütz für das Mittelrhein-Museum Koblenz

Die Koblenzer Kultur Stiftung (KKS), deren satzungsgemäßer Zweck die Förderung von Kunst und Kultur in Koblenz ist, hat das Porträt des August Deinhard (1806-1865), Sohn des Gründers der Firma Deinhard, Johann Friedrich Deinhard (1772-1827) mit seiner Gemahlin Wilhelmine Therese Deinhard, geb. Engel erworben und der Stadt Koblenz für das Mittelrhein-Museum (MRM) geschenkt.

 

Zur Chronologie:

Anfang des Jahres 2016 machte Dr. Matthias von der Bank, Direktor des MRM, die KKS auf den möglichen Ankauf des Gemäldes, das sich seit Generationen im Familienbesitz befand, aufmerksam. Vorausgegangen war bereits in 2016 ein umfängliches Sachverständigen-Gutachten von Petra Breidenstein M.A., Berlin zum Künstler Anschütz sowie dem Gemälde, d.h. seiner Beschreibung, Provenienz, zum Erhaltungszustand und Verkehrswert. Mitte des Jahres 2016 kam dann der Kaufvertrag zwischen Frau Julia Hotte, Berlin, der letzten Besitzerin und Nachfahrin in direkter Linie von Friedrich Nikolaus Deinhard, und der KKS zustande.

Mitte 2017 erfolgte dann der Eigentumsübergang an die Stadt Koblenz, bzw. das MRM, durch einen entsprechenden Schenkungsvertrag.

 

Zum Künstler und Gemälde:

Hermann Anschütz wurde 1802 in Koblenz geboren und ging zunächst nach Dresden zu dem Historien- und Porträtmaler August Hartmann, später an die Düsseldorfer Akademie und schließlich nach München, wo er 1880 verstarb. Im Auftrag des Prinzen von Preußen und späteren Kaiser Wilhelm I. schuf Anschütz, der sehr religiös war, u.a. ein großes Altarbild in der Garnisonskirche von Koblenz, das im Weltkrieg II (1944) zerstört wurde.

Das repräsentative Doppelporträt ist im Hochformat mit den Abmessungen 128 cm x 108 cm gemalt und datiert von 1837 und hat einen aufwendigen, vergoldeten Stuck-Zierrahmen. Kunsthistorisch handelt es sich um ein Porträt des Biedermeier, höchstwahrscheinlich eine Auftragsarbeit, in deren Zentrum das Ehepaar Deinhard posiert in einer für die Entstehungszeit typischen Umgebung,

 

Erwerb und Schenkung:

Aufgrund der mehrfachen Bezüge zu Koblenz hat die KKS den Ankauf des Gemäldes beschlossen und ermöglicht. Zum einen handelt es sich um einen nicht unbedeutenden Historien- und Porträtmaler des 19. Jahrhunderts, der nicht nur gebürtig aus Koblenz stammt und u.a. auch hier gewirkt hat; zum anderen ist es das Porträt bekannter Koblenzer Persönlichkeiten und Repräsentanten eines wirtschafts- sowie kulturgeschichtlich namhaften Hauses, berühmt für hochwertigen Sekt und Wein, - ein Koblenzer Unternehmen von internationalem Ruf und von dem Historiker Wilhelm Treue apostrophiert als die „älteste rheinische Sektlellerei“.

 

Restaurierung:

Der renommierte Gemälde-Restaurator des MRM, Herr Thomas Hardy, hat als ausgewiesener Fachmann – mit Unterbrechungen – insgesamt fast zwei Jahre an der aufwendigen Restaurierung gearbeitet und diese dokumentiert.